Guten Tag aus unserer Kanzlei,

nach einiger Zeit melden wir uns heute bei Ihnen erneut zum Thema „Corona-Hilfen“.
Zur Minderung der finanziellen Schäden hat die Regierung das Hilfspaket „Corona-Überbrückungshilfe II“ auf den Weg gebracht. Mit diesem Programm wurden die Zugangsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen nochmals abgesenkt.
Aus diesem Grunde werden jetzt deutlich mehr Unternehmen in den Genuss der staatlichen Unterstützung kommen.
Von einer unbürokratischen Hilfe kann jedoch, wie nicht anders erwartet, keine Rede sein. Allein die Erläuterungen und Durchführungsbestimmungen umfassen erneut einen Katalog von 60 Seiten!
Es ist für uns und das gesamte Team eine große Herausforderung dies neben den laufenden Aufgaben zu erledigen. Die größte Mehrbelastung liegt neben der Vorbereitung und Ausarbeitung der Anträge,
in der Aus-und Weiterbildung in diesem Spezialgebiet, welche einen erheblichen Zeitaufwand darstellt. Sie können sich jedoch auf uns verlassen, wir werden innerhalb der gesetzlichen Frist jeden einzelnen Fall prüfen.

Damit Sie das Prozedere der Zugangsvoraussetzungen und einer möglichen Antragsstellung besser verstehen, zeigen wir Ihnen den Ablauf nochmals genau auf:

• die Überbrückungshilfe II ist keine Erweiterung der Überbrückungshilfe I, sondern eine eigenständige in sich geschlossene staatliche Unterstützung. Aus diesem Grunde
gelten eigene Fristen und Zugangsvoraussetzungen.
• es handelt sich um ein zweistufiges Verfahren:

  1. Stufe - Antragstellung auf der Basis von Prognosezahlen
  2. Stufe - nachträglicher Nachweis = Ist-Abgleich

In der ersten Stufe sind die Antragsvoraussetzungen und die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten mit Hilfe eines Steuerberaters / Wirtschaftsprüfers glaubhaft zu machen. In der zweiten Stufe
(nachträglicher Nachweis) mit Hilfe eines Steuerberaters / Wirtschaftsprüfers zu belegen.

Den Berechnungen, welche zu einem Kostenzuschuss führen, müssen durch einen Steuerberater / Wirtschaftsprüfer auf Plausibilität bestätigt werden.

Rahmenbedingungen für die Überbrückungshilfe II:

Fördergegenstand

Sind 40% bis 90% der Fixkosten des Unternehmens in den Monaten September bis Dezember 2020 in Form eines Zuschusses.

Laufzeit (Förderzeitraum)

Das Programm läuft für die Monate September bis Dezember 2020. Ein Zuschuss ist maximal über vier Monate möglich.

Antragsfrist

Die Antragsfrist endet (voraussichtlich) am 31.12.2020.

Ertragssteuer

Die Zuschüsse unterliegen den Ertragssteuern (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer, da sie die abzugsfähigen Betriebsausgaben mindern.

Umsatzsteuer

Nicht steuerbar, da der Zuschussgewährung kein Leistungsaustausch zu Grunde liegt.

Einstiegsvoraussetzungen

Unternehmen sind antragsberechtigt, soweit Sie Ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona‐Krise anhaltend, vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig, oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird in Phase 2 angenommen, wenn im Vergleich
mit den vorhandenen Vergleichsmonaten des Jahres 2019:

• der Umsatz in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April und August 2020
um mindestens 50% gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten eingebrochen ist

oder

• der Umsatz im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 um mindestens
30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen ist.

Höhe der Förderung

Die anteilige Förderung der Fixkosten bemisst sich nach dem anteiligen Umsatzeinbruch des Fördermonats im Vergleich zum Vorjahresmonat des Fördermonats.

Anteiliger Umsatzeinbruch
Anteiliger Fixkostenzuschuss

von 30% bis 49,99% > 40%

von 50% bis 70% > 60%

mehr als 70% > 90%

Berechnungszeitraum ist der jeweilige Fördermonat.
Es muss also für jeden Monat separat geprüft werden, ob die oben genannten Grenzen überschritten sind.

Bei Einzelunternehmen und Solo-Selbständigen wird in Baden-Württemberg zusätzlich ein fiktiver Unternehmerlohn erstattet. Die anteilige Förderung des Unternehmerlohns in Baden‐Württemberg
als Fixkosten bemisst sich ebenfalls nach dem anteiligen Umsatzeinbruch des Fördermonats im Vergleich zum Vorjahresmonat. Berechnungszeitraum ist der jeweilige Fördermonat.

Anteiliger Umsatzeinbruch
Fiktiver Unternehmerlohn

von 30% bis 49,99% > € 590,00

von 50% bis 70% > € 830,00

mehr als 70% > € 1.180,00

zusätzliche Informationen

Wie bereits erwähnt ist im Nachhinein für den Antragszeitraum September bis Dezember 2020 eine Schlussabrechnung / Ist-Abgleich zu erstellen.

Der Ist‐Abgleich muss über folgende Punkte eine detaillierte Auflistung enthalten:

• die tatsächlich angefallenen betrieblichen Fixkosten in den jeweiligen Fördermonaten
• die tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen aus anderen Corona‐bedingten Zuschussprogrammen des Bundes und der Länder

Der Antragsteller muss der Bewilligungsstelle die Abschlussrechnung vollständig und mit allen seine Angaben belegenden Nachweisen vorlegen.

Ergeben sich aus dem Ist‐Abgleich Abweichungen von der Umsatzprognose, sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen, bzw. werden nachträglich aufgestockt.

Der Ist‐Abgleich soll nach Ablauf des letzten Fördermonats, spätestens jedoch bis 31.12.2021 erfolgen. Bis dahin muss der Antragsteller über den von ihm beauftragten
Steuerberater eine Schlussabrechnung über die empfangenen Leistungen vorlegen.

Wichtig:

Wir tun alles um den Aufwand für Sie so gering als möglich zu halten. Dazu benötigen wir jedoch Ihre Mithilfe und Unterstützung.

Je genauer die Zahlen für den Antrag vorbereitet sind, umso geringer ist der Aufwand für die Schlussabrechnung. Es ist deshalb extrem wichtig, dass wir die laufenden
Buchhaltungen so zeitnah als möglich buchen.

Dazu benötigen wir sehr zeitnah die Belege!
• Falls noch nicht geschehen, benötigen wir die Fibu-Unterlagen für den Monat Oktober 2020 umgehend
• die BH-Belege für den Monat November 2020 sollten uns verbindlich bis zum 15.12.2020 vollständig vorliegen
• die BH-Belege für den Monat Dezember 2020 sollten uns verbindlich bis zum 15.01.2021 vollständig vorliegen

Sofern Sie seither Ihre Belege quartalsweise eingereicht haben, bitten wir Sie die Belege bis 31.12.2020 monatlich einzureichen

Honorar

Diese Aufgabe ist mit dem bestehenden Auftrag von Ihnen nicht abgedeckt.
Sie erkennen sicher, dass die richtige, zeitnahe und vollständige Bearbeitung und Beantragung der Überbrückungshilfe nicht nur einen erheblichen zeitlichen Umfang einnimmt,
sondern ein detailliertes Spezialwissen voraussetzt. Nicht zuletzt übernehmen wir aufgrund der staatlichen Vorgabe mit der finalen Antragsstellung ein nicht unerhebliches Haftungsrisiko.

Wir können für Sie erst nach Vorliegen einer Beauftragung tätig werden. Wir bitten Sie deshalb in Ihrem Interesse um eine zeitnahe Auftragserteilung.

Bitte vervollständigen Sie beigefügtes Angebot und senden es uns unterzeichnet im Original oder per Email zurück. (Stempel und Unterschrift nicht vergessen). Es geht u.U. für Sie um viel Geld!

Selbstverständlich stehen wir für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Die Fachexperten bei uns im Hause sind:

Marcel Reif
07024/80950-13

Udo Blank
07024/80950-26

Mit einem freundlichen Gruß

Ihr Team von B2R

… bleiben Sie gesund!